ROBMade Keller Unternehmungen

Wenn Roboter mauern

Keller ROBMade ist ein Produkt, das es ermöglicht, Klinkerfassaden völlig frei zu gestalten. Die Ausrichtungen der Steine können frei variiert werden, die Stossfugen dürfen offen oder geschlossen sein und selbst eine leichte Auskragung der einzelnen Steine ist möglich. Jeder Stein hat seine eigene Position und Ausrichtung.

Während das Anfertigen des Designs automatisiert kein Problem mehr darstellt, war die Erstellung von 3D-Modellen und Plänen samt Einteilung der Fassade in Elemente passender Grösse, die tatsächlich vom Roboter hergestellt werden können ein langwieriger Prozess. Die Stabilität des Mauerwerks muss während des Zusammenklebens bedacht werden, aber auch statische Gegebenheiten und die Notwendigkeiten für die Montage – z.B. lose Steine um einen Zugang zu den Befestigungsankern zu ermöglichen – dürfen nicht ausser Acht gelassen werden. Zusätzlich waren ROBMade Produkte aufgrund der vielen Sonderteile aus Sicht der Abteilung Planung- und Produktionssteuerung, die sich hier eine Vereinheitlichung wünschte, schwierig zu verwalten.

Ziel ist es den gesamten Geschäftsprozess, von der Akquisition bis zur Produktion zu digitalisieren. Das heißt schon in der Angebotsphase wird ein Modell im CAD erstellt, welches automatisch eine Massenermittlung erstellt und diese ins ERP übergibt. Dies jedoch ausschließlich mit Bauteilen, welche im ERP System angelegt sind. Genau so werden die Daten für die Beschaffung in der Ausführung generiert. Zum Schluss werden die Produktionsdaten an die Rhino to ROB Schnittstelle übergeben.
Der erste Schritt ist es, die Einteilung einer ganzen Fassade in einzelne Elemente samt BIM-Modellerstellung nach Norm SIA 2051 möglichst zu automatisieren und den Planer dabei technologisch zu unterstützen. Das zu entwickelnde System sollte möglichst flexibel sein, um der Flexibilität des Produktes selbst gerecht zu werden.
Gleichzeitig war auch die Anbindung an das ERP-System Abacus ein wichtiger Punkt. Hier wurden die Unternehmensprozesse hinsichtlich Effizienz und zukünftiger Produktstrategie analysiert und in die Konzeption miteinbezogen.
Planer sollten bei der Auswahl der Materialen aus dem Artikelstand des ERP-Systems direkt im CAD wählen können. Umgekehrt wird zusätzlich zum automatisierten Masseauszug, dem ERP-System eine umfassende Rückmeldung über die geplanten Elemente zurückgeliefert, die detailliert Artikel und Stückzahlen, Dimensionen, Gewicht, Herstellungszeit usw. beinhaltet.

Eine Fassade aus dem ROBMade System

In einem ersten Schritt wurden die aktuellen Prozesse genau beleuchtet. Zentrale Frage, dabei war, wie die bestehenden manuellen Abläufe möglichst automatisiert werden konnten. Dabei ergaben sich die oben beschriebenen Potentialfelder im Bereich Anbindung ERP und Elementplanung.
Nach abgeschlossener Konzeptionierungsphase, in die die Verantwortlichen aller relevanten Abteilungen einbezogen waren, wurde in mehreren Iterationen mit dem Product Manager für Keller ROBMade ein erster Prototyp entwickelt. Dieser wurde im Rahmen einer Präsentation den Planern bei Keller Systeme AG vorgestellt, um möglichst frühzeitig Feedback einzuholen und über die laufende Entwicklung zu informieren.

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